Hatha Yoga

Wie bereits im Kapitel "Über Yoga – Yogawege, Traditionen und Stilrichtungen" etwas genauer ausgeführt, praktiziere ich in meinem Unterricht Hatha Yoga, welcher wohl der bekannteste und im Westen am meisten praktizierte Yogaweg ist.

Im Hatha-Yoga wird das Gleichgewicht zwischen Körper und Geist vor allem durch Körperhaltungen (āsanas), Atemtechniken (pranayama) und Meditation angestrebt.

Der Weg des Hatha-Yogas geht ganz klar über den Körper. Hierbei lernen wie den Körper gezielt zu spüren und nicht erst dann, wenn er nicht mehr richtig "funktioniert" und mit Schmerzen auf sich aufmerksam macht. Es geht darum, all unserer Aufmerksamkeit auf eine Körperstelle zu richten und uns bei der Praxis zu fokussieren. Die Einheit beginnt im Körper. Das Ziel ist, dass wir eins werden mit der Haltung, eins mit dem Atem, eins mit dem ganzen Körper. Das Ziel ist das Verweilen im Augenblick. Im Hier und Jetzt.

Wenn wir konzentriert üben, sind wir mit all unseren Gedanken bei der Praxis und denken weder an die Probleme des vergangenen Tages noch an die Herausforderungen des nächsten Tages. Wir begrenzen die Wahrnehmung für eine Weile und lassen den Geist zur Ruhe kommen, damit er sich neu ausrichten kann.

āsana - Körperhaltung

āsanas sind Körperhaltungen, die im Unterricht eine gewisse Zeitdauer gehalten werden oder die dynamisch miteinander kombinieren werden, um sie im Fluß zu praktizieren. āsanas entwickeln Muskelstärke, Flexibilität und Körperbewusstsein.

Pranayama - Atemübungen

Der Mensch atmet durchschnittlich täglich etwa 25920 Mal und wie viele sicher schon erfahren haben, atmen wir bedingt durch Stress, Verspannungen oder falsche Körperhaltung oft zu flach. Die Folge ist zu wenig Sauerstoff und schnelle Ermüdung. Yoga kann uns dabei helfen, wieder zu einer natürlichen Atmung zurückzufinden und darüber hinaus den Atem gezielt in schwierigen Situationen wie z.B. bei Lampenfieber, Ängsten, Depression und Reizbarkeit einzusetzen.

Tiefenentspannung und Meditation

Die āsana und Pranayamapraxis endet mit einer Tiefenentspannung, in der systematisch alle Teile des Körpers sowie der Geist entspannt werden. In der heutigen, schnelllebigen Zeit ist gerade die Entspannung besonders wichtig und bereitet einen guten Übergang von der Körperarbeit zur Meditation.

Mudras, Mantras und Affirmationen

Im Hatha Yoga gibt es weitere Bestandteile wie Mudras, Mantras und Affirmationen, die bei Bedarf in die Praxis integriert werden, um die Wirkung noch weiter zu vertiefen.

Unterrichtsstil

Im Laufe meiner eigenen Praxis sowie meiner Aus- und Weiterbildung habe ich einige Traditionen und Stilrichtungen kennen und schätzen gelernt und bin der Meinung, dass Hatha Yoga nicht auf einen bestimmten Stil begrenzt werden muss. Viele große Schulen und Lehrer haben wertvollen Beiträge geleistet und Schwerpunkte gesetzt, die die Praxis bereichern. Einige dieser Ansätze habe ich gezielt in meinen Unterricht integriert, wie z.B. die Genauigkeit und Perfektion der Haltungen nach Iyengar, die spirituellen Inspirationen u.a. von Sivananda, die Dynamik des Kundalini Yogas, einige sanfte atembetonte Übungsreihen aus dem Viniyoga oder auch anspruchsvolle Zyklen aus dem Ashtanga Vinyasa Yoga. Wichtig dabei ist mir, auf dem sehr körperlich ausgerichteten Weg des Hatha Yoga die körperlichen und geistigen Grenzen eines jeden Schülers und Schülerin zu beachten, und dafür Sorge zu tragen, dass die Haltungen korrekt und individuell an den Fähigkeiten des Schülers angepasst ausgeführt werden, um Verletzungen zu verhindern.